Ansichten zu Ingwer

Die Ingwerwurzel wird schon sehr lange als nützliches und wirksames Gewürz- und Arzneimittel in der Volksmedizin verwendet. In der asiatischen Naturheilkunde wird sie seit jeher als Aphrodisiakum geschätzt. Heute gilt Ingwer vor allem in Asien und Afrika als „Bio-Viagra“: Seine ätherischen Öle fördern die Durchblutung und sollen damit die Empfindungsfähigkeit beim Sex verstärken. In China ist Ingwer mindestens seit der Zhou-Zeit (11. Jahrhundert – 221 vor Christi) bekannt.

Eine chinesische Fabel erzählt

„ … von einem Mann, der nicht wusste, wo Ingwer wuchs. Er glaubte, er wüchse auf Bäumen. Jemand erzählte ihm, dass er in der Erde wachse. Das glaubte er ihm nicht und schlug vor: „Ich werde mit dir um meinen Esel wetten. Wir wollen zehn Männer fragen; wenn alle der Meinung sind, dass Ingwer in der Erde wächst, ist der Esel dein.“ Sie fragten zehn andere, die alle bestätigten, dass er in der Erde wachse. „Nimm schon den Esel.“ sagte der Mann, „Aber trotzdem weiß ich, dass Ingwer auf Bäumen wächst.“

Ingwer im Altertum

Der berühmteste Pharmakologe des Altertums, Dioskurides (1. Jahrhundert nach Christi), berichtete in seinem wichtigsten Werk MATERIA MEDICA: „Der Ingwer ist ein Gewächs eigener Art, welches am meisten im troglodytischen Arabien wächst: Sie gebrauchen den jungen Schössling zu vielerlei, indem sie ihn für den Vortrunk kochen und dem Gekochten zumischen. Die Wurzeln sind klein, weißlich, an Geschmack dem Pfeffer ähnlich und wohl riechend. Sie sind zur Speise sehr geeignet und werden mit der Sauce genommen. Sie haben erwärmende, die Verdauung befördernde Kraft, regen den Bauch milde an und sind gut für den Magen. Sie wirken auch gegen Verdunkelungen auf der Pupille, werden den Gegengiften zugemischt und gleichen überhaupt in ihrer Kraft dem Pfeffer.“

Hildegard von Bingen

Auch die Benediktiner-Nonne und Heilkräuterexpertin Hildegard von Bingen (1098-1179) beschrieb die Knolle in ihrem Kräuterbuch, das auch heute noch gefragt ist: „Der Ingwer ist sehr warm und ausgedehnt …“. Sie betonte vor allem seine heilende Wirkung bei Augenleiden sowie bei vielen unterschiedlichen Magen- und Darmbeschwerden.  1597 lobte der englische Botaniker John Gerard (1545-1612) die positiven Eigenschaften des Ingwers: „Ingwer wirkt erhitzend, verdauungsfördernd und tut dem Magen wohl.“

Und die Studenten an der Universität in Salerno (Italien) lernten schon vor Hunderten von Jahren, dass Ingwer das Altern verzögert, die Potenz fördert und einen positiven Einfluss auf die Gemütslage hat.

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