Ingwer

Ingwer ist schon mehr als 5000 Jahren als Heilmittel bekannt. Ingwer wird als Gesundheitsmittel angesehen, welches blockierte Lebensenergie wieder in den Fluss bringen kann. Die Wurzel wird sowohl im Ayurveda, der jahrtausendalten Erfahrungsmedizin Indiens als auch in der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) verwendet. Ingwer gilt als Erwärmer von innen. Er wärmt den Organismus von der Körpermitte aus.

Aber Ingwer wird nicht nur wegen seiner Heilwirkung geschätzt. Er wirkt entzündungshemmend, gegen Übelkeit und Verdauungsbeschwerden sowie bei Husten und Erkältungen. angebliche aphrodisierende Wirkung wird ihm zugeschrieben. In der asiatischen Küche und zunehmend auch in der westlichen Küche wird Ingwer eingesetzt. Das Wort Ingwer stammt über das althochdeutschen gingibero von dem lateinischen gingiber bzw. zingiber ab. Der wissenschaftliche Name ist „Zingiber officinale“.

Ursprung und Verbreitung von Ingwer

Heute lässt sich nicht mehr genau feststellen wo der Ingwer herkommt. Die Pflanze wird schon seit sehr langer Zeit in den verschiedensten Regionen der Welt angebaut. Allerdings vermuten Experten den Ursprung des Ingers in Indonesien. In China wird der Ingwer schon seit vielen Jahrtausenden angebaut.

Von dort verbreitete sich der Ingwer über die Seehandelsschiffe im südasiatischen Raum. Die Seefahrer in Indien, Indonesien und China nutzten ihn zur Bekämpfung der Seekrankheit auf ihren langen Schifffahrten. Erst später erkannte Alexander der Große den Wert des Ingwers und brachte ich nah Griechenland. Aber auch die Römer nutzten den Ingwer.

Die europäischen Klöster im frühen Mittelalter wussten bereits um die Heilkraft des Ingwers. Im Hochmittelalter beschäftigte sich unter anderem Hildegard von Bingen mit der Heilkraft des Ingwers. Sie wusste bereits um die anregende und belebende Wirkung.

Die Pflanze wurde im 9. Jahrhundert auch in Deutschland bekannt. Im Zuge der Kreuzzüge erbeuteten die Ritter neben anderen Dingen auch den Ingwer. In den Burgen und Schlössern wurde der Ingwer zur Verfeinerung der Speisen genutzt. Auf Grund der Schärfe des Ingwers hoffte man auch einen Schutz gegen die Pest.

Die Spanier brachten Ende des 15. Jahrhunderts den Ingwer nach Jamaika. In dem tropischen Klima der Insel konnte der Ingwer gut angebaut werden. Von dort konnte er dann in größeren Mengen nach Europa exportiert werden. Der Ingwer wurde zu einer wichtigen Handelsware. Allerdings wurde der Handel mit Ingwer aufgrund der hohen Mengen und des damit einhergehenden Preisverfalls zunehmend uninteressant. Nur in den vorweihnachtlichen Plätzchen konnte der Ingwer als Gewürz seine Stellung behaupten.

Comeback von Ingwer

In den 60er Jahren des 20.Jahrhunderts kam der Ingwer als eine Zutat zu dem Curry wieder zurück in unsere Küche. Heute wird Ingwer zunehmend als Ingwer Tee und Ingwer Pulver genutzt. Das zunehmende Gesundheitsbewusstsein hat in den westlichen Ländern dazu geführt, den Ingwer wieder neu zu entdecken. Auch in Deutschland beschäftigen sich immer mehr Menschen mit der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) und mit Ayurveda, der jahrtausendealten Indischen Erfahrungsmedizin.

Ingwer (Zingiber officinale) wächst unter anderem in Indien, China und Malaysia. Der verzweigte Wurzelstock bildet sich schnell weiter und bringt ständig neue Sprossen hervor. Die zapfenförmigen Blütenähren bilden sich schließlich an einem seitlichen Scheinstängel, und zwar orchideenähnlichen, gelb, braun oder lila.

Ingwerpflanze

Der Ingwer ist eine 50 bis 150 cm hohe Pflanze. Sie verfügt über einen dicken Stängel aus dem längliche Blätter wachsen.  Die Blätter der Ingwerpflanze werden 15 bis 30 cm lang und ca. 2 bis 2,5 cm breit. Die gelben Blüten ordnen sich in einer kurzen Ähre an.

Die Ingwerpflanze verbreitet sich über ein Rhizom, das in der Erde horizontal wächst. Die Wurzeln des Ingwers werden entlang dieses Rhizoms gebildet.

Geerntet werden die Rhizome, denn die wirksamen Inhaltsstoffe befinden sich  in der Ingwerwurzel (genauer in dem Wurzelstock). Der Geruch des Ingwers ist aromatisch und der Geschmack ist scharf und würzig. Die Farbe und der Geschmack des Ingwers ist allerdings auch von dem Herkunftsland abhängig.

Es handelt sich hierbei um eine Pflanze, welche sowohl in Indien wie auch in Malaysia und China kultiviert wird. Da Ingwer in großen Mengen in Europa als Gewürz verwendet wird, wird er in Kulturen gezogen und findet sich nicht als wild wachsende Pflanze. Unter günstigen Bedingungen kann Ingwer auch in Mitteleuropa im Garten gedeihen, gegen Fröste ist er jedoch nicht gefeit.

Der vom Ingwer verwendete Pflanzenteil, der Wurzelstock, verbreitet sich waagrecht im Boden und verzweigt sich geweihartig. Aus diesem wächst ein so genannter Scheinstängel, welcher eine Länge von etwa einem Meter erreichen kann. Am Ende dieses Stängels findet sich eine zapfenartige Blütenähre, welche grünfarbene Deckblätter mit gelbem Rand aufweist, worauf sich eine orchideenähnliche Blüte in gelber, violetter und brauner Farbe entfaltet. Geerntet wird der Wurzelstock in den Herbstmonaten. 

Ingwer Präparate

Bei der Verwendung von Ingwer stellt sich die Frage, in welcher Form man den Ingwer nutzt. Ausgehend von der Ingwerwurzel lassen sich eine Reihe von Produkten herstellen, die die Wirkstoffe des Ingwers optimal nutzen. Ingwerpräparate haben den Vorteil, dass die Wirkstoffe der Ingwerwurzel optimal zum Einsatz kommen. Die Wirkung von Ingwer beruht zu großen Teilen auf ätherischen Ölen. Die ätherischen Öle können sich beim Kochen aber auch schon beim Überbrühen mit heißem Wasser verflüchtigen. Die Frage, ob frischer Ingwer oder Ingwerpräparate genutzt werden, hängt von dem jeweiligen Anwendungsfall ab. Die empfohlene Menge Ingwer leigt bei ca. 50 Gramm der frischen Ingwerwurzel.

Ingwer Tee

Ingwer Tee beinhaltet eine Reihe von heilenden Substanzen aus dem Ingwer Rhizom, dem Wurzelstock des Ingwers. Für die Zubereitung des Ingwer Tees kann man die frische Wurzel oder Ingwerpulver nehmen. Ingwertee lässt sich einfach zubereiten. Frischen Ingwer scheidet man in dünne Scheiben und übergießt diese mit kochendem Wasser. Den Tee lässt man 5 Minuten ziehen, bevor er getrunken wird. Je länger der Ingwer Tee zieht, desto schärfer wird er. Für die Schärfe sind die im Ingwer enthaltenen Gingerole und Shoagole verantwortlich. Die im Ingwer enthaltenen ätherischen Öle können sich beim Aufbrühen mit heißem Wasser allerdings verflüchtigen. Ingwer Tee gibt Kraft und neue Energie, wirkt wärmend und hilft bei Übelkeit und Brechreize. Zum Trinken kann man den Tee mit Agavendicksaft, Ahornsirup oder Honig süßen.

Ingwer Wasser

Das Ingwer Wasser kann man kalt oder warm ansetzen. Für die Zubereitung scheidet man ca. 2 cm der frischen Ingwerwurzel in dünne Scheiben oder in kleinere Stücke. es gibt man in eine Kanne und gießt 1 Liter heißes Wasser in die Kanne. Das Ingwerwasser lässt man dann ca. 5-10 Minuten ziehen. Um den zitronigen Geschmack des Ingwers zu unterstützen kann man einige Scheiben einer ungespritzten Zitrone hinzugeben. Die Ingwerstücke kann man in dem Ingwerwasser liegen lassen. Das abgekühlte Ingwerwasser hält sich ca. einen Tag lang.

Ingwer Tabletten

Wer auf die positiven Eigenschaften von Ingwer nicht verzichten möchte und keine Gelegenheit hat, sich einen Tee zu kochen, der kann auf Ingwer Tabletten zugrückgreifen. Die Ingwertabletten enthalten schonend getrocknete Ingwerwurzeln. In der Regel nimmt man die Tabletten zum Frühstück, zum Mittagessen und zum Abendessen ein. Die vorgegebenen Tagesmengen sollten dabei nicht überschritten werden.

Ingwer Pulver

Ingwer Pulver wird ebenso aus dem getrockneten Ingwer Rhizom, dem sogenannten Ingwerwurzelstock gewonnen. Die frischen Ingwerwurzeln werden bei einer Temperatur von 50 Grad über einen Zeitraum von 24 Stunden im Backofen oder einem speziellen Dörrgerät getrocknet. Der getrocknete Ingwer wird dann mit einer feinen Reibe zu Pulver verarbeitet. Das Pulver ist trocken und gegen Lichteinwirkung geschützt aufzubewahren. Man kann das Ingwerpulver aber auch direkt kaufen. Ingwerpulver lässt sich zum Würzen verwenden. Man kann das Ingwerpulver aber auch zur Herstellung des Ingwer Tees nutzen.

Ingwer Öl

Für die Herstellung von Ingwer Öl, wird der frische Ingwer in Scheiben oder kleine Stücke geschnitten und in Öl eingelegt. Zur Freisetzung der Wirkstoffe kann das Öl mit dem Ingwer leicht erhitzt werden. Zur Herstellung des Ingweröls eignet ganz besonders das Olivenöl. Das Ingweröl lässt sich hervorragend zum Kochen oder zur Zubereitung von Salaten verwenden.

Ingwer Tinktur

Zur Herstellung der Ingwer Tinktur wird der frische Ingwer in Alkohol eingelegt. Dazu wird der Ingwer in dünne Scheiben oder kleine Stücke geschnitten oder gerieben. Der Ingwer wird in ein Glas gegeben und anschließend mit klarem Alkohol aufgefüllt. Das Glas mit dem eingelegten Ingwer lässt man dann für einige Wochen am Fenster stehen. Danach wird der Kräuteransatz gefiltert und in eine sterile Flasche abgefüllt. Bei der Anwendung der Tinktur ist Vorsicht geboten, da die Wirkstoffe in hoher Konzentration in dem Alkohol enthalten sind. Vor der Anwendung sollten Sie auf jeden Fall einen Arzt befragen.

Anbau von Ingwer

Ingwer wächst in den Tropen und Subtropen. Die Pflanze wird in den folgenden Ländern angebaut: Die Indien, Indonesien, China, Vietnam, Sri Lanka, Japan, Australien Jamaika und in Südamerika.

Die Wurzeln werden in diesen Ländern kurz vor dem Monsun in Hügelbeeten gepflanzt. Je nach Anbaugebiet variiert der Ingwer in Geschmack und Aussehen.

AnbaugebietFarbeGeschmack
Indienhellbraun bis rötlich braunzitronig-erdig, sehr scharf
Afrikadunkelbraunkampferartig, extreme Schärfe
Chinablaß-braunblumig-zitronig, milde Schärfe
Jamaikagelb bis hellbraunaromatisch, würzig mild
Australiengelb bis hellbraunzitronig, ziemlich scharf

Der größte Produzent ist Indien mit ca. 683.000 Tonnen Ingwer im Jahr 2013. Der größte Exporteur von Ingwer ist China. In Deutschland kommt vorwiegend der chinesische Ingwer in den Handel.

Anbau von Ingwer im eigenen Garten

Ingwer gedeiht am besten in einer tropischen Umgebung. Dort findet die Pflanze die besten Bedingungen vor. Auch die im Ingwer enthaltenen Wirkstoffe können sich dort optimal entwickeln.

Aber auch im heimischen Garten kann die Ingwerpflanze angebaut werden. Dazu brauchen man eine frische Ingwerwurzel, besser noch eine Ingwerhand. Von dieser Ingwerwurzel trennen Sie mit einem scharfen Messer die Ingwerfinger ab. Achten Sie darauf, dass jeder Ingwerfinger eine Knospe hat.

Die einzelnen Ingwerwurzeln können Sie dann im Frühjahr am Besten in einem frostgeschützten Beet einsetzen. Graben Sie ein Handbreit tiefes Loch und setzen sie die Wurzeln in einem Abstand von 20 bis 30 Zentimeter ein. Die Erde sollte locker und nährstoffhaltig sein. Das Beet sollte mit Mulch bedeckt werden, um die Wurzeln vor großen Temperaturschwankungen zu schützen und die Feuchtigkeit im Boden zu halten. Ingwer mag Wärme und Feuchtigkeit, allerdings keine direkte Sonneneinstrahlung.

Die einjährige Pflanze vermehrt sich schnell. Neue Triebe kann man bereits nach zehn Tagen sehen. Auf die erste Ernte muss man aber nocch weitere 10 Monate warten. Allerdings sollte man den Ingwer vor Frost schützen. Der Wintergarten ist deshalb ein geeignter Art, um den Ingwer selbst zu ziehen. Beim Gießen sollte man darauf achten, dass die Pflanze keine nassen Füsse bekommt, denn das mag sie nicht. Schädlinge meiden Ingwer normalerweise.

Ingwer in der Küche

Ingwer schmeckt würzig und scharf, besitzt einen starken eigenen Duft. So passt Ingwer auch in Kekse und Brote, kann mit seiner Schärfe sogar Pfeffer ersetzen. Wenn man ihn roh ist, dann kann er auf der Zunge brennen. Man sollte ihn sparsam dosieren.

Normalerweise wird der Ingwer vor der Verwedung geschält. Dabei geht aber ein großer Teil der Wurzel verloren. Eine bessere Methode besteht darin, die Ingwerwurzel zu schaben, so wie man das auch bei Karotten macht. Wer keinen frischen Ingwer hat, kann getrockneten Ingwer kaufen. Den kann man in fast jedem Supermarkt kaufen, oder im Internet. Getrockneter Ingwer lässt sich sehr gut in Keksen und im Kuchen verarbeiten.

Frischen Ingwer kann man nach dem Schälen/Schaben in Scheiben oder kleine Stücke schneiden, hacken oder reiben. Für den Salate nimmt man am besten eine Ingwerreibe. Ingwer lässt sich zu Hause im Kühlschrank aufbewahren, Dort hält er ca. 4 Wochen.

Ingwer als Gewürz

Vor der Einführung der Chilischoten aus Amerika war Ingwer neben dem Pfeffer das einzige verfügbare scharfe Gewürz in den europäischen Küchen. Man kann den frischen Ingwer reiben oder als Pulver zu den Speisen geben. Ingwer passt zu Geflügel, Lamm, Fisch und Meeresfrüchten. Ingwer kann einzeln oder in Mischung verwendet werden. Ingwer eignet sich hervorragend dazu, asiatische Gerichte zuzubereiten.

Ingwer als Getränk

Ingwer wird auch in Getränken verwendet. Dazu zählen unter anderem Ingwer Bier und Ginger Ale, eine Ingwerhaltige Limonade. Aber auch Ingwer Tee und Ingwer Wasser wird in aller Welt sehr geschätzt. Für den Tee nimmt man am besten frischen Ingwer, den man in feine Scheiben schneidet. Ingwer pass auch sehr gut zu anderen Säften.

Inhaltsstoffe im Ingwer

Betrachtet man den frischen Ingwer, dann besteht dieser zu 80 Prozent aus Wasser. Weitere Inhaltsstoffe im Ingwer sind: Stärke, Eiweiße, Fette, Rohfasern, Mineralstoffe, ätherische Öle, Vitamine und Scharfstoffe. Vitamine. Die Wirkung von Ingwer beruht nicht nur auf der Wirkung der einzelnen Inhaltsstoffe, sonder beruht eher auf dem Zusammenwirken aller Wirkstoffe im Ingwer.

Ingwer hat mehr als 160 verschiedene Inhaltsstoffen, u.a. Eisen, Vitamin C und B6, Kalium, Kalium, Natrium, Phosphor und diverse ätherische Öle, welche zum Großteil aus Zingiberol, Zingiberen sowie Scharfstoffen (Gingerole und Shoagole) und Diarylhetanoide bestehen. Aufgrund dieser Öle ist Ingwer ideal bei Aromatherapie gegen Atemwegserkrankungen.

Die folgende Tabelle enthält die Hauptbestandteile von Ingwer.

 

Wirkstoffe im IngwerWirkung
AsparaginAsparagin regt die Nierenproduktion an und fördert so die Entgiftung des Körpers. Asparagin wirkt harntreibend und spielt eine wichtige Rolle beim Abbau von Alkohol im Blut und entlastet damit die Leber.
BorneolDer Geruch des Borneols ähnelt stark dem des Kampfers, die Wirkstoffe im Borneol sind jedoch milder. Borneol wirkt antibakteriell und schleimlösend.
ChavicolChavicol ist ein farbloses Öl, dass nach Thymianöl riecht. Chavicol hat eine antiseptische Wirkung.
CineoleCineol gehört zu den ätherischen Ölen. Cineol kommt zur Linderung von Beschwerden der oberen und unteren Atemwege zum Einsatz. Es wrikt scleimlösend und bakterizid.
CurcuminAus medizinischer Sicht sind insbesondere die antioxidativen, antikanzerogenen und entzündungshemmenden Eigenschaften von Curcumin des interessant, die sich gegen diverse Leiden wie Darm-, Lungen- und Lebererkrankungen, Entzündungskrankheiten, Herzinfarkt, Alzheimer und Krebs behaupten.
Geraniolhemmt vor allem Candidapilze, wehrt Insekten ab, immunstimulierend
Gingerdionentzündungswidrig
Gingerolschmerzlindernd, fiebersenkend, Magen beru- higend und Verdauungssäfte anregend, gerin- nungshemmend, durchblutungsfördernd, cho- lesterinsenkend, leicht blutdruckregulierend
Limonenberuhigend, immunstimulierend, Insekten abwehrend, hautreizend
Linalolspannungslösend, schmerzlindernd, antibak- teriell
Myrcenantibakteriell, immunstimulierend, Insekten abwehrend·, muskelentspannend
NeralBakterizid
SchogaolAnalgetisch, fiebersenkend, Sedativ, gefäßverengend, blutdrucksteigernd
ZingeronZingeron ist der verantwortliche Wirkstoff für die antidiarrhoischen Effekte von Ingwer. Zingeron hilft bei Durchfällen, die durch Kolibakterien ausgelöst wurden. Zingeron stimmuliert die Ausschüttung von Catecholaminen. Diese helfen beim Abbau von Fettzellen.

Ätherische Öle im Ingwer

Ingwer besteht bis zu 3% aus ätherischen Ölen, von denen man heute mehr als 150 verschiedene Sorten kennt. Der typische Ingwergeruch wird durch Beta-Sesquiphellandron und Zingiberol hervorgerufen. Das zitronenartige Aroma stammt von Neral und Geranial. Die ätherischen Öle im Ingwer wirken antibiotisch gegen zahlreiche Bakterien. Darunter auch gegen die Kugelbakterie Staphylokokkus, die anzahlreichen Erkrankungen beteiligt ist. Ingwer hilft auch gegen Brechreiz und Übelkeit während der Schwangerschaft und bei Auto-, Schiff-  und Flugreisen. Auch an diesem Effekt sind die ätherischen Öle des Ingwers beteiligt.

Scharfstoffe im Ingwer

Etwa 25 % des zähflüssigen Oleoresins im Ingwer besteht aus den sogenannten Gingerolen, den Scharfstoffen im Ingwer. Neben den Gingerolen enthält Ingwer noch eine andere Gruppe von Scharfstoffen, die Shogaole. Der Name leitet sich aus dem japanischen Begriff von Ingwer ab. In frischem Ingwer findet man nur wenige Schogaole. Erst beim Trockenen und Kochen entsteht das Schogaol aus dem Gingerol durch die Abspaltung von Wasser.  Das erklärt auch, warum Inger beim Lagern und Trocknen schärfer wird. Schogaol ist schärfer als Gingerol. An Hand der Schärfe kann man auch die Frische der Ingwerknollen erkennen.

Diese  Scharfstoffe, verfügen über einen langen Schwanz an Kohlewasserstoffen. Dieser variiert in der Länge und ist für die Schärfe der Substanzen verantwortlich. Scharfstoffe mit einer langen Kohlenwasserstoffkette sind milder als Scharfstoffe mit einer kurzen Kette. Vor allem die indischen Ingwersorten können ausgesprochen scharf schmecken. Die Schärfe von Gingerol ist allerdings geringer als die von Capsaicin, dem Scharfstoff des Pfeffers. Gingerole mit kurzen Ketten wirken antioxidativ. Sie können die Körperzellen vor den aggressiven Sauerstoffzellen schützen, die ja als Hauptverursacher für zahlreiche Erkrankungen gelten.

Hervorgehoben wird an verschiedenen Stellen der interessante Wirkstoff Gingerol, ein Scharfstoff mit besonders positiver Wirkung auf den menschlichen Körper: antikarzinogen, antientzündlich und immunsuppressiv. Positiv und hilfreich auf jeden Fall bei Asthma, Krebs, Verdauungsproblemen, Durchblutungsstörungen, Stoffwechselproblemen, Thrombose. Untersuchungsreihen scheinen zu bestätigen, dass die antientzündliche Wirkung von Gingerol Tumorentstehung beeinflussen oder sogar verhindern könnte. Eine Wirkung bei rheumatischer Arthritis konnte bislang noch nicht bestätigt werden.

Ingwer ist auch klasse gegen Übelkeit und Reisekrankheit. Während der Schwangerschaft allerdings Vorsicht, denn größere Mengen könnten wehenfördernd bzw. abführend wirken.